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Stedesdorfer Autor gewinnt den 7. Wardenburger Krimi-Schreibwettbewerb

Preise für ausgezeichnete Autoren: Dr. Stefan Depta (links) und Rolf Vergin von der Gemeindeverwaltung gratulierten den Preisträgern Gabriela Ahrens, Ingrid Blohm, Dr. Michael Hüttenberger und Marlies Kulbhenn
(von links)
Bild: Jörg Beumelburg-Nordbrock (NWZ)

Die Spannung war groß am Freitag, den 13. Dezember 2013, in den stimmungsvollen Räumen der Gemeindebücherei Wardenburg, dem Tatort der Preisverleihung zum 7. Wardenburger Krimipreis. Fünf Preise galt es zu vergeben, von der Jury ausgewählt aus 66 Einsendungen aus ganz Deutschland. Je eine Einsendung kam aus Österreich bzw. England, wie Rolf Vergin vom Kulturamt Wardenburg berichtete.

Zwei vierte Preise gingen nach München und Hude, der dritte in den Kreis Minden, der zweite Preis nach Oldenburg. Alle Geschichten handelten von Liebe, Affären oder Beziehungsdramen mit zum Teil tödlichen Folgen. Die Autorinnen lasen ihre Texte in Auszügen vor, ließen das Ende offen und erhielten so die Spannung und Vorfreude auf die Anthologie mit allen Preisträgertexten sowie zwei weiteren von der Jury für würdig empfundenen Geschichten.

Bis zum Schluss warten musste der Sieger des Wettbewerbes, Dr. Michael Hüttenberger aus Stedesdorf. Glückwünsche, Urkunde und Siegerscheck nahm Hüttenberger aus den Händen des stellvertretenden Bürgermeisters Dr. Stefan Depta entgegen. Sein Text „Wie gemalte Tage“, so Depta, überzeugte die Juriy besonders, sie vergab 48 von 50 möglichen Punkten. Die Jury war sich außerdem sicher, dass der Text von einer Frau stammen müsse. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als der Autor sich dann als Mann herausstellte.

Hüttenberger erzählt ein spannendes Psychodrama aus der Perspektive einer Kunstmalerin, die den Auftrag erhält, Kopien von Kunstwerken der klassischen Moderne anzufertigen, Auftraggeber ist ein Restaurantbesitzer aus Wardenburg. Bei einem späteren Besuch in diesem Restaurant stellt die Künstlerin fest, dass ihre Bilder dort nicht zu finden sind, auch der vermeintliche Besitzer scheint nicht bekannt zu sein. Sie entdeckt ihre Kopien wenig später zufällig im Oldenburger Prinzenpalais, wo sie, offenbar unbemerkt, an Stelle der Originale hängen. An dieser Stelle endete die Lesung, wiederum mit dem Hinweis auf die im Januar erscheinende Anthologie: Tatort Wardenburg, Teil VII.

Aufgrund des sehr personalen Erzählstils, der mit fortschreitender Handlung immer mehr zum inneren Monolog wird, hatte sich Hüttenberger entschlossen, seinen Krimi nicht selbst zu lesen. Das übernahm in gewohnt überzeugender Weise seine Autorenpartnerin Alwine Menzel, die es vermochte, das Publikum in den Bann zu ziehen und in atemlose Spannung zu versetzen. Der anhaltende Beifall am Ende der Lesung galt Leserin und Autor gleichermaßen.

Hüttenberger und Menzel konnten sich zudem über eine Einladung nach Wardenburg freuen: zu einer gemeinsamen Lesung in der alten Ziegelei im Sommer 2014.

Bericht in der NWZ vom 13.12.2013
Bericht im Anzeiger für Harlingerland vom 16.12.2013
Bericht in der NWZ vom 16.12.2013